FACHARZTZENTRUM REGENSBURG
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Nuklearmedizin: Kleines Organ, große Wirkung

Die Schilddrüse beeinflusst die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit mehr als alle anderen Organe und hat sogar Auswirkungen auf die Psyche. 

 

In Deutschland hat statistisch gesehen jeder Vierte Probleme mit der Schilddrüse. Hauptursache für krankhafte Veränderungen ist Jodmangel. Die Schilddrüse liegt schmetterlingsförmig am Hals unterhalb des Kehlkopfes direkt an der Luftröhre. Bei Frauen ist sie bis etwa 18 Milliliter, bei Männern bis 25 Milliliter groß. Zum Vergleich: Ein Hühnerei hat ein Volumen von etwa 40 Millilitern. Obwohl die Schilddrüse im Vergleich zu anderen lebenswichtigen Organen also relativ klein ist, ist ihre Wirkung recht groß. Ohne Schilddrüsenhormone kann der Mensch nicht leben, denn sie sind im gesamten Organismus für einen normalen Ablauf verschiedener physiologischer Vorgänge erforderlich und aktivieren Stoffwechselprozesse. Beispielsweise beeinflussen die Schilddrüsenhormone in der Embryonalzeit das geregelte Wachstum und die Reifung des Gehirns. „Zu viel Schilddrüsenhormon oder zu wenig hat gravierende Folgen für den Organismus“, erklärt Dr. Peter Hildebrand, Facharzt für Nuklearmedizin.

 

Weil die Schilddrüse Auswirkungen auf alle Organsysteme (Herz/Kreislauf, Magen/Darm, Haut/Haare, andere Hormondrüsen, Nerven/Psyche, Knochen/Muskulatur) hat, gehen Schilddrüsenerkrankungen mit vielfältigen Symptomen einher und sind deshalb auch nicht immer ganz einfach zu diagnostizieren. Weil hormonelle Störungen und Veränderungen des Organs kombiniert vorkommen können – z.B. kann ein knotig umgebauter Kropf mit einer Über- oder Unterfunktion einhergehen, er kann aber auch normal funktionieren – erfordert das viel Erfahrung und Expertenwissen. 

 

Die Hormonproduktion der Schilddrüse wird vom Gehirn überwacht und gesteuert. Bei den Erkrankungen der Schilddrüse geht es zum einen um Funktionsstörungen, also um Überfunktion oder Unterfunktion bzw. um Autoimmunerkrankungen, zum anderen um Veränderungen des Organs, wie Schilddrüsenvergrößerungen, umgangssprachlich als Kropf bezeichnet (medizinisch: Struma), oder auch um Knoten. Die sehr häufigen Schilddrüsenknoten sind meist gutartig. Bösartige Knoten sind sehr selten. „Millionen von gutartigen Knoten stehen nur etwa 5.000 Fälle von Schilddrüsenkrebs pro Jahr gegenüber“, weiß Dr. Peter Hildebrand aus seiner langjährigen Erfahrung. Bei der Diagnose zuverlässig zwischen gutartigen und bösartigen Knoten zu unterscheiden, erfordert viel Expertenwissen. 

 

„Ein Großteil unserer Patienten wird mit Verdacht auf Struma überwiesen“, erklärt Nuklearmediziner Dr. Hildebrand. Entweder es liegen unklare Halsbeschwerden vor  – beispielsweise Schmerzen, Druck-, Enge- bzw. Kloßgefühl oder Luftnot – oder man hat im Rahmen von allgemeinen Gesundheitsuntersuchungen durch Tasten oder Ultraschall Auffälligkeiten an der Schilddrüse gefunden, die abgeklärt und eventuell behandelt werden sollen. Bei einer weiteren Patientengruppe führen veränderte Schilddrüsen-Laborwerte oder aber unklare Beschwerdebilder mit der Frage, ob diese durch eine Schilddrüsenerkrankung verursacht sind, zur Überweisung. 

 

Grundsätzlich gilt: „Eine Erkrankung der Schilddrüse kann dann ausgeschlossen werden, wenn man eine normale Hormonproduktion mittels einer Blutuntersuchung und eine normal große Schilddrüse mit gesundem Gewebe durch Ultraschall nachweisen kann“, sagt Dr. Peter Hildebrand. Zur genauen Diagnostik wird die Schilddrüse von den Spezialisten des Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Dr. Neumeier & Kollegen im Facharztzentrum Regensburg mittels Ultraschall untersucht. Das Verfahren belastet den Körper nicht. Dabei werden die Größe der beiden Schilddrüsenlappen sowie diffuse oder herdförmige Veränderungen des Schilddrüsengewebes bezüglich Aussehen und Größenverhältnissen beurteilt und dokumentiert. Generell wird auch Blut abgenommen, um die für die Schilddrüsengesundheit charakteristischen Laborwerte zu messen. Hierfür steht im MVZ ein eigener Laborautomat zur Verfügung, der mit besonders empfindlichen Testmethoden arbeitet. 

 

Bei krankhaften Befunden im Ultraschall oder bei veränderten Laborwerten ist eine so genannte Szintigraphie notwendig. Ein Szintigramm stellt die Verteilung einer radioaktiven Testsubstanz in einem Organ bildlich dar. Bei einer gesunden Schilddrüse würde sich das radioaktive Medikament gleichmäßig in der Schilddrüse verteilen, die Schilddrüse wäre gleichmäßig angefärbt. Knoten können sich normal anfärben (indifferente Knoten), stärker als das gesunde Gewebe (heißer Knoten, autonomes Adenom) oder schwächer bzw. gar nicht anfärben (kalter Knoten). Auch diffuse Mehr- oder Minderanfärbungen der gesamten Schilddrüse können diagnostisch bedeutsam sein.


Um ein Szintigramm zu erstellen, wird den Patienten eine radioaktive Substanz verabreicht. „Diese Substanz ist so schwach radioaktiv, dass sie für den Patienten nur eine äußerst geringe Strahlenbelastung bedeutet. Das radioaktive Medikament ist problemlos verträglich. Es gibt auch keinerlei Allergien oder irgendwelche Auswirkungen auf das Befinden“, klärt Dr. Peter Hildebrand auf. Weil im MVZ alle dafür notwendigen Apparaturen zur Verfügung stehen, können die Spezialisten das Szintigramm sofort auswerten und mit den Patienten unter Berücksichtigung des Ultraschall-Befundes besprechen. „Zur umfassenden Abklärung eines Befundes stehen uns darüber hinaus weitere Untersuchungsmethoden wie die Punktion von Knoten, Röntgen-Diagnostik der Luftröhre, Computertomographie und Magnetresonanztomographie zur Verfügung. Das ist aber nur im Einzelfall notwendig“, erklärt Dr. Peter Hildebrand. 


Die Patienten erhalten einen Befundbericht, der neben der Diagnose eine Therapieempfehlung enthält. Im einfachsten Fall ist das die Empfehlung einer Befund-überwachung mit Labor und Ultraschall in bestimmten Zeitabständen. Möglich ist auch die Einleitung einer medikamentösen Behandlung – auch hier mit Empfehlung entsprechender Kontrolltermine. Sollten Krankenhaus-Behandlungen erforderlich sein  – etwa bei notwendigen Schilddrüsenoperation oder für eine Radiojodtherapie –, können die Patienten auch hier wieder auf das Expertenwissen des MVZ Dr. Neumaier & Kollegen vertrauen. „Für die im Anschluss anstehenden ambulanten Nachuntersuchungen oder um eine dann notwendige lebenslange Schilddrüsenmedikation genau einzustellen und zu überwachen, begleiten wir die Patientinnen und Patienten selbstverständlich weiter kompetent und auf dem aktuellen Stand des medizinischen Fachwissens“, sagt Dr. Peter Hildebrand. 

 

Was Sie über Über- und Unterfunktion der Schilddrüse wissen müssen:

Die häufigsten Anzeichen einer ausgeprägten Überfunktion (Hyperthyreose) sind ein sehr schlechtes Allgemeinbefinden mit Gewichtsabnahme, zu schnellem oder unregelmäßigem Puls, vermehrtem Schwitzen, beschleunigter Verdauung, innerer Unruhe und Schlafstörungen. Der Patient mit Unterfunktion (Hypothyreose) der Schilddrüse klagt häufig über Gewichtszunahme, ausgeprägte Müdigkeit, allgemeine Leistungsminderung, verlangsamte Verdauung und Neigung zu depressiver Verstimmung. 

 

Dr. Peter Hildebrand, Facharzt für Nuklearmedizin, erweitert seit 1. Januar 2017 das Angebot des Medizinischen Versorgungszentrums Dr. Neumaier & Kollegen im Facharztzentrum Regensburg. Dr. Hildebrand ergänzt mit seinem umfangreichen Fachwissen das Expertenteam perfekt. Die Patientinnen und Patienten der radiologischen Facharztpraxis Dr. Neumaier & Kollegen erhalten dadurch eine noch bessere Diagnostik und Therapie.  


Medizinisches Versorgungszentrum Dr. Neumaier & Kollegen
Telefon: (0941) 595 88 0
www.radiologie-regensburg.de