FACHARZTZENTRUM REGENSBURG
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Wieder kräftig zupacken können

Gezielte Therapien und minimalinvasive Operationen geben der Schulter Stabilität zu

 

Etwa jeder zehnte Deutsche klagt über Schulterschmerzen. Wie kommt das?

Bei der Entwicklung vom Vierfüßler zum aufrecht gehenden Menschen hat sich die Funktion der Schulter mit Ellenbogen und Hand umgebildet – vom Stützen zum Greifen. Ihr komplexer Aufbau und die starken Belastungen durch die Hebelwirkung des Armes machen die Schulter äußerst anfällig.

 

Welche Erkrankungen treten am häufigsten auf?

Die Schulter ist das Gelenk, das am häufigsten überhaupt auskugelt. Eine solche Luxation tritt häufig bei jüngeren, sportlich aktiven Menschen auf. Bei Patienten über 60 Jahren leiden hingegen etwa 20 Prozent unter Arthrose. Im mittleren Alter zwischen 30 und 50 Jahren bildet jedoch der gesamte Bereich der so genannten Impingement-Syndrome den größten Teil der Beschwerden.

 

Was versteht man unter einem Impingement?

Dieser Fachausdruck lässt sich mit „Einklemmung“ oder „Engpass“ übersetzen. Zwischen der Kugel des Oberarmkopfes und dem Schulterdach verlaufen mehrere Sehnen. Wird es in diesem Tunnel zu eng, werden Sehnen oder auch der dort sitzende Schleimbeutel eingeklemmt. Das führt auf Dauer zu einer schmerzhaften Entzündung.

 

Wie kommt es zu einem Sehnenriss an der Schulter?

Die Sehnen der Schulter können aufgrund eines Unfalls reißen, jedoch auch aufgrund des fortschreitenden Verschleißes. Häufig handelt es sich um eine Kombination aus beidem.

 

Wie sehen die Behandlungsmöglichkeiten aus?

Weil der Muskel die Sehne immer wieder von dem Ort wegzieht wohin sie eigentlich gehört, heilen diese Risse nicht von allein. Mit einer Kombination gezielter konservativer Therapien schaffen wir es jedoch sehr häufig, den Patienten zu Beschwerdefreiheit zu verhelfen. Ist dies nicht erfolgreich, kann man die Risse mittels minimalinvasiver Schlüssellochchirurgie wieder nähen. Besteht ein Riss unbehandelt jedoch schon längere Zeit, kann es sein, dass die Ruptur nicht mehr rekonstruierbar ist, weil das Sehnenmaterial so weit zurückgezogen oder die Qualität für eine Naht zu schlecht ist. Hier kommen sogenannte Sehnenersatzoperationen zum Einsatz.

 

Und wie kann man eine Schultergelenksluxation behandeln?

Grundsätzlich behandeln wir Patienten mit einer Schultergelenksluxationen durch eine spezifische Kombination aus einer temporären Ruhigstellung in einer speziellen Schiene und physiotherapeutischen Therapiemaßnahmen. Bei immer wieder auftretenden Auskugelungen kann man arthroskopische Stabilisierungsoperationen durchführen.

 

Ist eine Schultergelenksarthrose eigentlich therapierbar?

Selbstverständlich! Auch wenn die Arthrose am Schultergelenk nicht so häufig vorkommt wie an der Hüfte oder am Knie, zählt der künstliche Ersatz des Schultergelenks mit zu den erfolgreichsten Operationen, die wir durchführen.

 

 

Privatdozent Dr. med. Stefan Greiner ist seit Januar 2013 Partner im sporthopaedicum Regenburg. Nach Studium und Promotion in Heidelberg arbeitete er am Centrum für muskuloskeletale Chirurgie der Charité in Berlin, wo er die Knochenheilung fördernde Implantatbeschichtungen und die Weiterentwicklung von Schultergelenksendoprothesen wissenschaftlich untersuchte. Er führte die erste Implantation eines mit Wachstumsfaktoren beschichteten Schwamms bei der Versorgung von Rotatorenmanschettenrupturen durch. Seine Spezialgebiete sind an Schulter und Ellenbogengelenk Sehnenersatzplastiken, Muskeltransfers und Bandtransplantationen aber auch die operative Versorgung von Sehnenrissen, Instabilitäten, Brüchen und deren Folgezuständen sowie von degenerativen Gelenkveränderungen.